Bauen und Wohnen
Matthias Schirren, Paul Kahlfeldt, Claudia Kromrei
Bauen und Wohnen
Mit dem Projekt der Werkbundstadt Am Spreebord in Berlin stellt sich der Werkbund - fast einhundert Jahre nach Stuttgart-Weissenhof - erneut der Frage nach der architektonisch angemessenen Form eines Wohnquartiers. Frühere Werkbundsiedlungen gelten längst als Wegmarken der Architekturgeschichte. Als experimentelle Wohnsiedlungen mit Muster- und Vorbildcharakter wurden sie seit den späten 1920er-Jahren vor allem im deutschsprachigen Raum bzw. in dessen unmittelbarer Nachbarschaft realisiert, um modellhafte Antworten auf die drängende Frage nach einem zeitgemässen Wohnen und Bauen zu finden. Mit der berühmten Weissenhof-Siedlung (1925-1927) in Stuttgart, der Brünner Kolonie 'Nový Dum' (1927/28), der Siedlung Grüneiche in Breslau (1927-1929) sowie den Werkbundsiedlungen in Zürich-Wollishofen (1928-1932), Prag (1928-1932) und Wien-Lainz (1929-1932) entspricht ihre geografische Verbreitung der Verbreitung des Werkbund-Gedankens in Europa. Erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg und dann schon im Zeichen der Postmoderne hat man wieder den Titel einer "Werkbundsiedlung" beansprucht. Gebaut wurden mit dem "Dörfle" in Karlsruhe (1978-1992) und der Werkbundsiedlung Am Ruhrufer in Oberhausen Alstaden (1984-1989) allerdings nur zwei der zahlreichen Planungen.
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